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Geschichte - Bergbau

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bricht in Griechenland das Bergbaufieber aus und Serifos rückt einmal mehr in den Vordergrund, denn dort betreibt die Firma Grohmann einen intensiven Abbau, der dramatisch aussehende Landschaften hinterlässt: Stollen, wie Wunden im Körper des harte Felsen, gegraben mit Pickeln und Schweiß, grobe Steinstufen bis hinab an die tiefblauen Küsten; darüber trotzen frech robuste Eisenkonstruktionen - Zeugen ihrer Zeit, deren Kronjuwel die Direktion in Mega Livadi ist, eines der schönsten Beispiele neoklassischer Architektur und auch die Wiege der Technologie in der Ägäis.

Hier wurde im August 1916 nach blutigen Kämpfen der Bergbauarbeiter (an denen auch Frauen stark beteiligt waren) mit der Polizei der erste Achtstundentag unterzeichnet, als die Heloten der Mine auf Initiative ihres Landsmanns Kostas Speras, der gerade aus dem Ausland zurückgekehrt war, sich in einer Gewerkschaft organisierten. Dies war die erste gewerkschaftliche Errungenschaft des Jahrhunderts in Griechenland.

Nach dem zweiten Weltkrieg öffnen sich die internationalen Märkte und es entsteht eine harte Preiskonkurrenz auf dem Eisenerzmarkt. So verliert der Abbau des restlichen Eisenerzes, das nach der räuberischen Ausnutzung durch die Firma Grohmann zurückgeblieben war, nach und nach seine Rentabilität. Die Produktion sinkt und die Minen schließen endgültig im Jahr 1963. Heute bedecken Unkraut und Büsche die Schienen und Wagen, die der Zeit überlassen wurden; einige stehen noch aufrecht, andere sind umgestürzt und bilden eine theatralische Kulisse außerhalb von Mega Livadi, das damals fast ausgestorben ist. Tausende von Bergleuten verlassen die Insel, die sich nach Untergang der primären Produktion nun dem Sektor der qualitativen Dienstleistungen zuwendet.

Quelle: Stadtverwaltung Serifos